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Diskriminierung von Handzeichen durch das Calming Cap

Samstag, August 28th, 2010

Da hatte ich sie nun in der Hand, die Calming Caps!
Sie sollen reaktiven Hunden helfen, durch aufregende Situation zu kommen und dort ruhiger zu reagieren! SDie Hunde sollen länger im Vorderhirn Mode gehalten werden!
Durch ein paar Berichte und einem Seminar, wo ich das Cap einmal Live an einem reaktiven Hund erleben durfte, war ich schon vorher von seinem Nutzen überzeugt! Doch in wieweit beeinträchtigt es wirklich die Sicht des Hundes! Fragen danach wurden mit: es wirkt wie ein Filter, es verschleiert die Umwelt, es nimmt einen Sinn weg, beantwortet!
How ever, gut und schön! Aber in wie weit?
Wenn man durch ein Cap schaut, ist es so, als wenn wir durch den Stoff einer einfachen, leichten Trainingsjacke schauen. Man sieht noch alles, aber es „gefiltert“, etwas verschleiert. Wie aber kann der Hund dadurch gucken?
Snow ist ja nun taub, das heißt, ich würde Ihr mit dem Cap einen wesentlichen Teil Ihrer Wahrnehmung nehmen, wenn sie dadurch keine Details mehr erkennen könnte! Ich habe also einen unangemeldeten Tierversuch gemacht und Snow das Cap aufgesetzt! Beim Aufnehmen des Videos trägt sie es zum dritten Mal. Vorher nie länger als 2-4 Minuten!
Interessant war für mich, inwieweit Snow meine Sichtzeichen, mein Markersignal wahrnehmen und unterscheiden kann! Als Sichtzeichen kamen die Signal zum setzen, legen, geh schnüffeln, guck da hin, Handtouch und Beinslalom zum Einsatz.
Auf das Markersignal reagiert sie zuverlässig (erhobener Daumen) Sitz und Platz konnte sie gut unterscheiden! Das erste Zeichen fürs legen, kam etwas zu früh und ich denke, sie war ein wenig abgelenkt! Zu Anfang klappte das Unterscheiden zwischen „geh schnüffeln und guck da hin“ nicht wirklich gut, allerdings ist der Beginn dieser Zeichen (Hand geht zu meinem Gesicht) fast identisch. Erst am Gesicht unterscheiden sich die Zeichen, einmal geht der Finger zur Nase und dann in die Richtung, wo sie schnüffeln soll, zum Anderen gehen die Finger zu den Augen in gespreitzter Form ( V ) und dann in die Richtung, wohin sie schauen soll! Dieses zu unterscheiden hat bei Snow ca. 4 Stunden effektive Trainingszeit gekostet. Allerdings über ca. 3 Monate verteilt, ohne Cap!
Alles in allem finde ich, reagiert Snow recht gut auf meine Zeichen, von daher gehe ich davon aus, dass sie durchaus, zumindest im Nahbereich, Details durch das Cap wahrnehmen kann. Von daher behaupte ich jetzt mal, nimmt es dem Hund nicht einen Sinn, sondern, wie ich bereits vorher gesagt bekam, filtert es die Wahrnehmung etwas und beruhigt! Vielleicht verhilft auch die blaue Farbe zum ruhigeren Verhalten!
Ich sehe also kein Problem, auch einem tauben Hund ein Cap ggf. aufzusetzen, wenn es ihm und uns hilft, im Training weiter zu kommen! Jedes Trainingshilfsmittel sollte bewusst angewendet werden und man sollte sich seiner Wirkung und der Nebenwirkungen bewusst sein! Ein sorgfältiger Aufbau ist dabei unerlässlich, damit es auch helfend wirken kann!

Das Video dazu könnt Ihr hier sehen:

Calming Cap – Hilfe im Training mit Reaktiven Hunden

Montag, August 23rd, 2010

Nach der Suche nach immer neuen Möglichkeiten Training möglichst effektiv und schonend zu gestalten, habe ich mir nun ein paar Calming Caps besorgt! 
Nachdem ich den Einsatz live bei einem Ridebeck Rüden erleben durfte und einige Gespräche darüber geführt habe, wollte ich es nun mal selbst erleben, wie eingeschränkt ein Hund damit ist!
Snow mußte also her!
Snow, meine taube Borde Collie Hündin hat generell kein Aggression Problem, welches ich nicht handeln könnte! Sie kann sich in sehr vielen Situationen zur mir umorientieren und verläßt sich weitestgehend auf meine Führung. Wenn sie mal von Reizen überrascht wird, oder ich penne, bellt sie schon mal los, kann sich aber auch schnell wieder beruhigen!
Also eigentlich kein Fall für ein Calming Cap…
aber, wenn ich als Hundetrainer meinen Kunden helfen möchte, muß ich natürlich auch die Hilfsmittel kennen, die ich einsetze!
Ich wollte im Speziellen wissen, wie sehr schränk die visuelle Beeinträchtigung den Hund ein!
Umso besser, wenn der Hund taub ist, denn dann kann man das Hören aus Orientierungssinn ebenfalls aussschließen!
Snow an das Calming Cap zu gewöhnen ging relativ schnell! Das Ding Snow gezeigt, Marker – Futter!
Das Calming Cap über die Augen gelegt – Futter!
Das Calming Cap richtig über die Augen gezogen – Futter!
Dann Halsband um und Calming Cap angezogen! Die ersten Versuche von Snow, dass Cap wieder auszustreifen habe ich mit der Gabe von Futter unterbrochen, da ich noch nicht wußte, in wieweit die meiner Markersignale, erhobenere Daumen, wahrnehmen kann!
Dann ging ich ein paar Schritte weg und Snow folgte mir! ich änderte die Richtung, sie folge mir!
Ich gab Ihr das Sichtzeichen für Sitzen, sie setzte sich hin! Ich gabe ihr das Sichtzeichen für Hinlegen, sie legte sich, ich gabe Ihr ein Markersignal, Ihr Rute wedelte schneller! Und ich gab Ihr Futter!
Sie reagierte fast uneingeschränkt auf Sichtzeichen und Markersignal! Das „fast“ beschreibt eine leicht verzögerte Ausführung der Signale, aber ich denke, es war die ungewohnte Wahrnehmung, die sie vielleicht etwas abgelenkt hat!
Nach ca. 3 Minuten habe ich dann den Versuch abgebrochen!
Fazit: Der Hund kann durch das Calming Cap, zumindest im Nahbereich Signale, die durch Hände gegeben werden wahrnehmen und ausführen!
Die nächsten Tage weite ich dann die Versuche mal aus, ob die auch sehr feine Signale wie „geh schnüffeln“ und „guck dahin“ diskiminieren kann, denn diese Signale sind sich sehr ähnlich!
Dann drehe ich auch mal ein Video 🙂